Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) (aufgrund eines Sponsorings offiziell PENNY DEL) ist die höchste Spielklasse im deutschen Eishockey. Bei ihrer Gründung 1994 war sie die erste deutsche Profiliga, deren Spielbetrieb von einer Betriebsgesellschaft durchgeführt wurde und deren Clubs ihre Profimannschaften in Kapitalgesellschaften auslagerten. Die DEL Betriebsgesellschaft mbH ist heute rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch selbständig und ein Zusammenschluss der DEL-Clubs. Vorgängerliga war die zwischen 1958 und 1994 bestehende Eishockey-Bundesliga. Rekordmeister der DEL sind die Eisbären Berlin mit neun deutschen Meisterschaften. Die Geschäftsstelle der DEL, das sogenannte Ligabüro, befindet sich in Neuss.

Die DEL war die erste Sportliga in Deutschland, die als Kapitalgesellschaft organisiert wurde. Dem Beispiel der DEL folgten später alle größeren deutschen Sportligen etwa mit der Gründung der Basketball-Bundesliga GmbH 1996, der DFL Deutschen Fußball-Liga 2000 oder der Handball-Bundesliga GmbH 2004.

History

Vorgeschichte

Im Dezember 1993 wurden die Pläne, eine neue Profiliga im deutschen Eishockey zu gründen, offiziell. Der Vorsitzende des DEB Ulf Jäkel, DEB-Sportdirektor Franz Reindl sowie die Vorstandsmitglieder Gottfried Neumann (Augsburg) und Wolfgang Bonenkamp (Düsseldorf) hatten hierfür Pläne ausgearbeitet. Dafür waren sie auf Erkundungstour in Nordamerika. Die National Hockey League sollte das sportliche, die International Hockey League, in der damals alle Clubs schwarze Zahlen schrieben, dagegen das wirtschaftliche Vorbild sein.

Die Entwürfe sahen unter anderem vor, den Auf- und Abstieg zur zweiten Liga abzuschaffen. Hinter der in den neunziger Jahren dominierenden und vier Mal in Folge Deutscher Meister (1990 bis 1993) gewordenen Düsseldorfer EG gab es drei bis vier Clubs, die ein finanzielles Risiko eingingen, um Anschluss an Düsseldorf zu finden. Der Rest litt unter massiven Finanzproblemen und kämpfte um die Existenz. Die zweite Bundesliga war in der Saison 1993/94 mit elf (statt, wie vorgesehen, zwölf) Vereinen an den Start gegangen, von denen sich zunächst der SV Bayreuth und später der SC Memmingen aus finanziellen Gründen vom laufenden Spielbetrieb zurückzog. Nach Saisonende gingen die bisherigen Zweitligisten ECD Sauerland und EHC Essen-West in Konkurs. Zwar wurde auch hier Profisport geboten (mit Ausnahme des EV Landsberg, dessen Spieler Halbprofis waren), doch in der Realität fehlte den Zweitligaklubs Publizität und damit Geld. Deshalb erhöhten praktisch alle Bundesliga-Vereine ihren Etat, um dem Abstieg zu entgehen. Innerhalb von zwei Jahren stieg der Etat der Erstligaclubs um 25 % auf zusammen 88,6 Millionen DM.

Da die Clubs ihre Kosten nicht decken konnten, griffen sie teilweise zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Der Meister der letzten Bundesliga-Saison Hedos München gab Top-Spieler wie Georg Franz und Wally Schreiber, die zuvor auf 10 % ihres Gehalts verzichteten, ab. In Mannheim einigte man sich auf einen Gehaltsverzicht von 30 %. Zusammen hatten die Bundesliga-Vereine 50 Millionen DM Schulden. Deshalb planten die Verantwortlichen mit nur noch einer Profiliga.

Gründung

Trotz Kritik der Vereine aus Mannheim, Berlin, Rosenheim und Krefeld stimmten Mitte Januar 20 der 21 verbliebenen Erst- und Zweitligaklubs für die Reform des Ligawesens. Unter dem Dach des DEB wurde die Betriebsgesellschaft „Deutsche Eishockey Liga GmbH“ gebildet. Die teilnehmenden Vereine gründeten Kapitalgesellschaften, denen durch den Beirat ein Mitspracherecht zugebilligt wurde. Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in der DEL waren ein vernünftiges Entschuldungskonzept, eine Antrittsgebühr von 500.000 DM und ein abgesicherter Etat, der mindestens 4,5 Millionen DM betragen musste. Des Weiteren forderte die DEL ein ligataugliches Stadion und mindestens 15 vertraglich gebundene Profispieler. Es war den Kapitalgesellschaften vorgeschrieben, 10 % des Etats zurückzulegen und die Ligenleitung regelmäßig über die wirtschaftliche Situation zu informieren. Außerdem wurde ein zentraler Vermarkter für Trikots, Eis, Bande und Fernsehrechte beschlossen, der die wirtschaftlichen Disparitäten innerhalb der Liga schmälern sollte.

Die Geschäftsführung der neu gegründeten DEL-GmbH übernahmen Franz Reindl und der ehemalige Manager von Hedos München, Franz Hofherr, die sich auch für die Lizenzierung verantwortlich zeigten. Es bewarben sich alle Erstligisten, alle verbliebenen Zweitligisten außer dem EV Landsberg sowie der ETC Timmendorfer Strand und der ESC Wedemark aus der Oberliga Nord. Den beiden Oberligisten sowie dem EHC 80 Nürnberg, EC Ratingen, ES Weißwasser, BSC Preussen, Eisbären Berlin und auch dem amtierenden Meister EC Hedos München wurde die Lizenz vorerst verweigert. Bis auf die beiden Oberligisten erkämpften sich alle Vereine vor dem DEB-Schiedsgericht die Lizenz für die DEL. Dabei wiesen die Eisbären und Ratingen einen erheblichen Schuldenabbau und Weißwasser einen neuen Hauptsponsor, welcher 1,2 Millionen DM investieren wollte, vor. Als letzter Club bekam der deutsche Meister EC Hedos München, der unter dem Namen Maddogs München an den Start ging, kurz vor Ablauf der Lizenzierungsfrist die DEL-Lizenz. Am 20. Juni stand das 18 Mannschaften große Teilnehmerfeld schließlich.

Im Zuge der Mediatisierung nahm der Unterhaltungsfaktor für die Zuschauer zu, so wurden LED-Leinwände und teilweise Videowürfel installiert. Als Opening Face Off Music wird eine Remixversion des Sirtaki gespielt.

Gründungsmitglieder

Name vor der DEL-Gründung Name zur ersten DEL-Saison Heutiger Name Platzierung vor der Premierensaison Heutige Liga
Augsburger EV Augsburger Panther Meister 2. BL DEL
EHC Dynamo Berlin EHC Eisbären Berlin Platz 10, 1. BL DEL
BSC Preussen Berlin Platz 4, 1. BL
Düsseldorfer EG Deutscher Vizemeister DEL
Frankfurter ESC Frankfurt Lions Löwen Frankfurt Platz 4, 2. BL DEL2
EC in Hannover Hannover Indians Platz 6, 2. BL Oberliga
EC Kassel Kassel Huskies EC Kassel Huskies Platz 2, 2. BL DEL2
ESV Kaufbeuren Kaufbeurer Adler ESV Kaufbeuren Platz 8, 1. BL DEL2
Kölner EC Kölner Haie Platz 3, 1. BL DEL
Krefelder EV Krefeld Pinguine Platz 5, 1. BL DEL
EV Landshut Platz 6, 1. BL DEL2
Mannheimer ERC Adler Mannheim Platz 7, 1. BL DEL
EC Hedos München Maddogs München Deutscher Meister
EHC 80 Nürnberg Nürnberg Ice Tigers Platz 3, 2. BL DEL
EC Ratingen EC Ratingen „Die Löwen“ Platz 12, 1. BL
Sportbund DJK Rosenheim Starbulls Rosenheim Platz 9, 1. BL Oberliga
ES Weißwasser ESG Füchse Sachsen Weißwasser/Chemnitz Lausitzer Füchse Platz 7, 2. BL DEL2
Schwenninger ERC Schwenninger ERC Wild Wings Schwenninger Wild Wings Platz 11, 1. BL DEL

Premierensaison

Das erste Spiel der Saison 1994/95 fand im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion zwischen den Augsburger Panthern und den Maddogs München statt, das München mit 6:1 gewann. Das erste Bully führten die Ehrengäste Bobby Hull und Paul Ambros aus. Auch die übrigen Spiele des ersten Spieltags waren gut besucht, insgesamt kamen 45.000 Zuschauer in die Hallen.

Nach dem erfolgreichen Start musste die DEL im Dezember 1995 einen Rückschlag hinnehmen: Der amtierende Meister aus München meldete Konkurs an. Der Zulassungsausschuss hatte den Maddogs die Lizenz unter Auflagen erteilt und Bürgschaften der Vorstandsmitglieder verlangt, die aber letztlich nicht werthaltig waren. Sportlich dagegen profitierte die DEL vom NHL-Lockout: Verschiedene NHL-Spieler wie Brendan Shanahan (Düsseldorf), Pawel Bure (Landshut), Scott Young (Landshut und Frankfurt), Robert Reichel (Frankfurt), Doug Weight (Rosenheim), Uwe Krupp (Landshut), Glenn Anderson (Augsburg) oder Vincent Damphousse (Ratingen) überbrückten den Lockout in der DEL. Schließlich konnten sich die Kölner Haie mit Trainer Bob Murdoch, der nach dem Konkurs aus München kam, in den Play-offs durchsetzen und wurden erster Meister der DEL.

Nationale Eishockey-Liga und Trennung vom Verband

Am 18. Februar 1995 kam DEB-Präsident Ulf Jäkel seiner Abwahl zuvor und trat von seinem Posten zurück. Vor allem zwei Ungereimtheiten wurden ihm angekreidet: Eine Firma, an der Jäkel selbst beteiligt war, übernahm das Controlling in der DEL und ein anderes Unternehmen aus Jäkels Heimat Kaufbeuren kreierte das erste DEL-Logo. Jäkels Nachfolger Rainer Gossmann (Schatzmeister der Düsseldorfer EG) galt als Vertreter der DEL-Clubs. Trotzdem kam es zwischen ihm und Bernd Schäfer III, dem Wortführer der DEL-Clubs in der Folge immer wieder zu Streitigkeiten. Der Streit zwischen den DEL-Klubs und dem DEB zog sich durch die Spielzeiten 1995/96 und 1996/97. Teilweise verweigerten die DEL-Clubs sogar die Abstellung von Spielern für Freundschaftsspiele der Nationalmannschaft. Schließlich kamen diverse Konstruktionsfehler bei der Gründung der DEL GmbH zu Tage. So hatte der DEB die Clubs der DEL ausgeschlossen, so dass der Spielbetrieb der DEL formal eine wilde Liga war. Zudem galt zwischen DEB und DEL-Clubs damit nicht mehr das Vereinsrecht, sondern das Unternehmensrecht. Die Vermarktungsrechte waren nicht klar geregelt. Die Streitigkeiten wurden teilweise vor den Schiedsgerichten ausgefochten und führten schließlich dazu, dass der Franchise-Vertrag der DEL GmbH für ungültig erklärt wurde.

Im Sommer 1995 gründeten die DEL-Clubs schließlich die Nationale Eishockey-Liga (NEL) als von Verband unabhängige Liga. Erst durch Einschalten des Weltverbandes IIHF wurde der Start der NEL verhindert. Am 10. März 1997 gründeten die DEL-Clubs dann erneut eine eigenständige Ligagesellschaft, die Deutsche Eishockey Liga Betriebsgesellschaft mbH. Diesmal sorgte die IIHF dafür, dass der DEB im Hinblick auf die Eigenständigkeit der DEL einlenken musste. Das Verhältnis von DEL und DEB als Dachverband wurde in einem ersten Kooperationsvertrag festgeschrieben. Bernd Schäfer III wurde Comissioner der DEL. Er nutzte die Konkurrenzsituation zwischen dem bisherigen TV-Partner Premiere und dem neuen Sender DF1 von Leo Kirch und schloss einen hochdotierten neuen Fernsehvertrag für die DEL ab.

Die Bosman-Entscheidung und ihre Folgen

Parallel zum Streit DEB-DEL veränderte die Bosman-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 15. Dezember 1995 die DEL grundlegend. Spieler aus EU-Staaten fielen nun nach dem Bosman-Urteil nicht mehr unter das drei Spieler umfassende Ausländerkontingent. Vor allem die späteren Play-off-Finalisten aus Köln und Düsseldorf verstärkten ihre Kader. Im Finale der Play-offs 1996 setzten sich die Düsseldorfer im Rhein-Derby nach vier Spielen gegen die Haie durch. In der Folgesaison wurde die Bosman-Entscheidung ein entscheidender Faktor für die Kader-Zusammenstellung. Die Vereine konnten dadurch, dass die deutschen Spieler jetzt Konkurrenz aus der ganzen EU hatten, ihre Personalkosten deutlich senken. In der Saison 1996/97 spielten 97 EU-Ausländer in der DEL. Die häufigen Spielerwechsel, auch während der Saison, führten auf der anderen Seite aber auch zu einem Zuschauerrückgang. Die Bosman-Entscheidung war vor allem eine Chance für die kleineren Vereine. So stießen die Kassel Huskies und die Eisbären Berlin in dieser Saison in die Ligenspitze vor, während der deutsche Meister aus Düsseldorf die Play-offs, die zum ersten Mal mit dem Viertelfinale (vorher: Achtelfinale) begannen, verpasste. Im Gegensatz zu praktisch allen anderen DEL-Klubs verpflichtete Landshut wenige EU-Ausländer und setzte immer noch vermehrt auf deutsche Kräfte. Das Überraschungsteam der Saison waren die Kassel Huskies, die sich bis ins Finale vorkämpften und gegen die Adler Mannheim scheiterten. Deren Manager Marcus Kuhl und Trainer Lance Nethery holten Spieler aus weniger starken Eishockey-Nationen (Italien, Frankreich, Österreich), die sich in der DEL beweisen wollten, und schlossen die Hauptrunde als Erster ab.

Dominanz der Adler

In den kommenden Jahren dominierten weiterhin die Adler Mannheim die Liga, die in ruhigerem Fahrwasser als noch ein Jahr zuvor fuhr. Die Mannheimer Dominanz war erst 1999/2000 durch das Viertelfinal-Aus gegen die Kassel Huskies beendet. Erfolgstrainer Lance Nethery wechselte vor der Saison zu den Kölner Haien und führte diese sogleich ins Finale, in welchem sie gegen die München Barons von US-Milliardär Philip Anschutz aber verloren. Anschutz übernahm vor der Saison nach Werbung von Bernd Schäfer III die Lizenz der finanziell geschwächten Landshut Cannibals und zog nach München. 2001 gewannen wieder die Adler das Finale um die deutsche Meisterschaft gegen den Titelverteidiger aus München.

In der Saison 2001/02 wurde das seit Gründung der DEL verfolgte Ziel erstmals erreicht, dass ihr in beiden Spielzeiten exakt dieselben Mannschaften angehörten. Hierfür war ein hoher finanzieller Aufwand erforderlich: Die Berlin Capitals hatten kurz vor Saisonbeginn aufgrund von Lizenz- und finanziellen Probleme zunächst nur neun Spieler im Kader, sodass sie mit einer Geldstrafe über 100.000 Euro und sechs Minuspunkten belegt wurden. In Schwenningen und Essen sicherten Fans mit Spenden den Fortbestand des DEL-Eishockeys an ihren Orten. Nach einer durchwachsenen Hauptrunde mitsamt Trainerwechsel wurde der Sechste, die Kölner Haie, 2002 nach den Play-offs noch deutscher Meister. Rich Chernomaz besiegte mit seiner Mannschaft das Überraschungsteam aus Krefeld, den Angstgegner München und den Etat-Krösus Mannheim im Finale. Auch 2002/03 holte der Tabellensechste noch den Meistertitel. Die Krefeld Pinguine waren am Ende das beste der auf 14 Teams verkleinerten Liga. Die Hamburg Freezers, ehemals München Barons, erreichten die Play-offs erst drei Minuten vor Ende des letzten Spieltags durch einen Ausgleichs-Treffer von Ted Drury gegen die Frankfurt Lions und schoben sich am zweiten Überraschungsteam der Saison, den Iserlohn Roosters, vorbei, die gegen Krefeld zeitgleich 8:1 gewannen. Frankfurt unterlag in den Play-downs gegen das abgeschlagene Schlusslicht Schwenningen noch mit 2:4 nach Spielen. Durch die Insolvenz der Wild Wings verblieben sie aber in der DEL.

Eine Saison danach feierten die Frankfurt Lions schon die Meisterschaft. Berlin war nach der Hauptrunde souverän Erster, unterlag aber den Lions (Vorrundenfünfter) im Finale. Das junge Nürnberger Team belegte nach der Hauptrunde Platz zwei und schied dann schon im Viertelfinale aus.

Die Ära der Multifunktionsarenen

Multifunktionsarenen in der DEL (zur Spielzeit 2013/14)
Stadion
Eröffnung
Heimverein Kapazität
Lanxess Arena
17. Oktober 1998
Kölner Haie 18.500
Mercedes-Benz Arena
10. September 2008
Eisbären Berlin 14.200
SAP-Arena
2. September 2005
Adler Mannheim 13.600
ISS-Dome
2. September 2006
Düsseldorfer EG
(bis 2012 als DEG Metro Stars)
13.400
Barclays Arena
8. November 2002
Hamburg Freezers 12.947
Arena Nürnberger Versicherung
1. Februar 2001
Nürnberg Ice Tigers 8.228
Königpalast
4. Dezember 2004
Krefeld Pinguine 8.029
Saturn-Arena
3. Oktober 2003
ERC Ingolstadt 4.681

Mit den Revierlöwen Oberhausen ging 1997/98 die erste Mannschaft den Schritt in eine neue Ära in der DEL. So zog das Team in eine Multifunktionsarena, die Arena Oberhausen. Diese Arenen zeichnen sich dadurch aus, dass sie innerhalb kurzer Zeit einem Nutzungswandel unterzogen werden und demnach unterschiedliche Funktionen annehmen können, welches die Wirtschaftlichkeit dieser Spielstätten erhöht.

Weitere Clubs folgten diesem Modell und bezogen ebenfalls moderne Großarenen. Die Kölner Haie zogen 1998 in die Kölnarena – die heutige Lanxess Arena – und besaßen damit die größte Arena aller DEL-Vereine, während die Stadt Nürnberg im Jahr 2001 mit dem Bau der Arena Nürnberger Versicherung eine neue Heimstätte für die Ice Tigers errichtete. In Hannover wurde anlässlich der EXPO 2000 die Preussag Arena eröffnet, in der die Hannover Scorpions von 2001 bis 2004 einen Teil ihrer Heimspiele austrugen. Die Arena wurde ab Februar 2004 endgültig zur Heimspielstätte der Hannover Scorpions und im Jahr 2005 erfolgte die Umbenennung in TUI Arena. Diese drei Arenen bildeten gleichsam das Zentrum der Eishockey-Weltmeisterschaft 2001 in Deutschland als Spielstätten.

In Hamburg eröffnete 2002 der finnische Unternehmer Harry Harkimo die Color Line Arena, die München Barons vom Teameigner Philip F. Anschutz, der in München keine neue Halle für sein Team genehmigt bekam und deshalb mit Harkimo kooperierte, zogen nach Hamburg, wurden zu den Hamburg Freezers und so Hauptmieter der Color Line Arena. Am 2. September 2005 erfolgte die Eröffnung der SAP-Arena in Mannheim, die den Adler Mannheim als Ersatz für das mittlerweile marode Eisstadion am Friedrichspark diente. Mit der Einweihung des Düsseldorfer ISS-Domes am 2. September 2006 nutzte mittlerweile die fünfte DEL-Mannschaft eine Multifunktionsarena mit einer Kapazität von mindestens 10.000 Zuschauern als Heimspielstätte.

Als jüngstes Projekt ließ Anschutz in Berlin die O World Berlin, die neue Heimat für die Eisbären, mit 14.200 Plätzen errichten, welche damit die zweitgrößte Arena der Deutschen Eishockey-Liga ist. Somit spielen mittlerweile acht der 16 Teams aus der höchsten deutschen Eishockeyliga in einer Multifunktionsarena.

Der Umzug in diese Arenen wirkte sich ebenfalls positiv auf die Zuschauerentwicklung der Liga aus. So wuchs der Besucherschnitt aus der Saison 1999/2000 von 4.414 Zuschauern im Laufe der nächsten Jahre auf rund 6.000 Zuschauer an, welcher sich in den letzten Jahren auf diesen Schnitt stabilisierte. Im europäischen Vergleich belegte die Liga im Jahr 2012 hinter der Schweizer National League A und der schwedischen Elitserien und noch vor der Kontinentalen Hockey-Liga den dritten Platz.

Darüber hinaus waren die Lanxess Arena und die SAP-Arena Austragungsstätten bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2010.

Die DEL konnte nach der Hauptrunde 2018/19 einen Zuschauerschnitt von 6.215 Zuschauern generieren und lag damit europaweit auf Rang drei hinter der KHL (6.397) und der NL (6.949) und vor der SHL (5.828).

NHL-Glanz in deutschen Hallen

Zehn Jahre nach dem ersten Lockout wurden die NHL-Spieler 2004 erneut von ihrer Liga ausgesperrt. Diese traten daraufhin in den Streik, den einige Spieler in der DEL überbrückten. Die Iserlohn Roosters machten mit der Verpflichtung von Mike York den Anfang und auch die Nationalspieler Marco Sturm, Jochen Hecht und Olaf Kölzig spielten in der DEL. Vor allem der ERC Ingolstadt und die Adler Mannheim profitierten vom Lockout, indem sie vier respektive fünf NHL-Spieler lizenzierten. Der Meister aus Frankfurt sicherte sich zu Saisonbeginn die Dienste von Stéphane Robidas und verpflichteten während des Jahres zudem Doug Weight. Beide hatten entscheidenden Anteil daran, dass die Lions die Hauptrunde als Erste abschlossen. Jochen Hecht wurde Topscorer der Playoffs und NHL-Vertreter Erik Cole von den Eisbären Berlin wurde zum wertvollsten Spieler der Play-offs gewählt. Cole gewann mit den Eisbären auch den Meistertitel.

Einsatz von Profischiedsrichtern

Für Diskussionen sorgte in der Spielzeit 2005/06 die Verpflichtung des Profi-Schiedsrichters Rick Looker aus den USA. Er war der erste ausländische Unparteiische in der DEL und galt gleichzeitig aber auch als einer der umstrittensten Schiedsrichter unter den DEL-Vereinen. Nach der Saison 2009/10 beendete Looker sein Engagement in der DEL. Zur Saison 2006/07 waren Looker mit Frank Awizus und Daniel Piechaczek weitere Profi-Schiedsrichter zur Seite gestellt. Awizus beendete später seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen. Am 1. Januar 2009 erhielt Georg Jablukov einen Vertrag als Profi-Schiedsrichter in der DEL.

2011 wurde der vorherige Eishockeynationalspieler Lars Brüggemann Profischiedsrichter der DEL und war zu diesem Zeitpunkt der dritte Vertragsschiedsrichter.

DEL2 und COVID-19-Pandemie

Im Kooperationsvertrag zwischen DEB und DEL von 2006 wurde der Abstieg aus der DEL abgeschafft. Der Aufstieg in die DEL war für den Meister der 2. Bundesliga bis zur Gesamtzahl von 16 Mannschaften möglich, insofern wirtschaftliche Voraussetzungen und ein 9000-Punkte-Plan für Infrastruktur erfüllt wurde. Im Kooperationsvertrag von 2011 war der Aufstieg in die DEL dagegen nicht mehr vorgesehen. Die ESBG, Ligagesellschaft der 2. Bundesliga, hatte sich aus den Verhandlungen zurückgezogen, DEB-Präsident Uwe Harnos jedoch für die ESBG überraschend dem Vertrag trotzdem zugestimmt. 2012 kündigte die ESBG ihren Kooperationsvertrag mit dem DEB und wurde 2013 wie zuvor die DEL zur eigenständigen Liga. Sie kooperierte jedoch mit der DEL und die zweite Liga nahm den Namen DEL2 an.

Unter dem 2014 gewählten DEB-Präsidenten wurde das Verhältnis zwischen DEB, DEL und DEL2 neu geregelt. Insbesondere wurden die Clubs der DEL und DEL2 wieder Mitglied im DEB. Unter sanftem Druck Reindls einigten sich DEL und DEL2 auf einen Fahrplan zur Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs. Die entsprechenden Voraussetzungen wurden von Seiten der DEL2 jedoch zwei Jahre in Folge nicht erfüllt und waren auch 2018 umstritten. Schließlich einigten sich die beiden Ligen aber auf die Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs ab der Saison 2020/21.

Am 10. März 2020 teilte die Deutsche Eishockey Liga mit, die Saison 2019/20 aufgrund der COVID-19-Pandemie vorzeitig zu beenden. Da mit dem Saisonende auch keine Playoffs mehr möglich waren, gab es keinen Meister in der Saison 2019/20. Es war die erste Saison der DEL, in der es keinen Meister gab. Auch die DEL2 beendete ihre Saison vorzeitig nach den Pre-Playoffs. Die Saison 2020/21 startete erst am 17. Dezember 2020 und wurde komplett ohne Zuschauer ausgetragen.

Die Saison 2020/21 brachte zudem zwei Neuerungen: Zum einen konnte die Liga mit dem Discounter Penny erstmals einen Namenssponsor präsentieren und firmiert seitdem unter dem Namen PENNY DEL. Zum anderen gab es erstmals seit 2011 wieder die Möglichkeit eines sportlichen Aufstiegs für den Meister der DEL2, die Meisterschaft sicherten sich die Bietigheim Steelers. Der Abstieg aus der DEL wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie jedoch ausgesetzt.